Stellungnahme der Aktion Sichere Wiesn zur Debatte um das Teufelsrad

Wir möchten uns hiermit zur aktuellen Debatte rund um das Teufelsrad zu Wort melden.

Als Aktion Sichere Wiesn begrüßen wir die Umgestaltung der Figuren. Gerade die exotisierende Darstellung von Schwarzen Frauen ist im historischen Kontext der Kolonialisierung als höchst problematisch zu sehen, sie ist erniedrigend und aus heutiger Perspektive klar als rassistisch einzuordnen.

Genauso wie Sprache prägen Bilder unsere Wahrnehmung. Deshalb prägt die Darstellung von Frauen* auch die Sichtweise auf Frauen* und das gesellschaftliche Frauenbild insgesamt.

Sexualisierte Darstellungen auf dem Festgelände des Oktoberfests, sexistische Sprüche auf Wiesnherzen und ähnliches tragen dazu bei, Frauen* zu sexualisieren und zu Objekten zu machen. Sexismus ist der Nährboden für sexualisierte Gewalt. An Darstellungen und einer sexualisierten Atmosphäre anzusetzen, kann daher präventiv wirken: Hin zu einer Festkultur, die sexualisierte Gewalt gegen Mädchen* und Frauen* verurteilt und verhindert.

Das Oktoberfest mit all seinen Gebräuchen ist stetig im Wandel. Deshalb schließen wir uns auch der Aussage der Kulturanthropologin Simone Egger aus dem SZ-Interview vom 02.09.2026 an: "Ein paar Bilder der Zeit anzupassen, ist kein Widerspruch zur Tradition." - sondern Ausdruck eines veränderten gesellschaftlichen Bewusstseins.

Neben den Debatten um einzelne Darstellungen darf nicht in den Hintergrund geraten, wo überall sexualisierte Gewalt auf dem Oktoberfest auftritt. Unerwünschte Berührungen, grenzüberschreitendes Flirten, Witze und Sprüche sind an der Tagesordnung. Es ist nicht die Aufgabe von Mädchen* und Frauen*, sich über ihr Outfit oder ihr Verhalten Gedanken zu machen, um sich zu schützen. Die Verantwortung für Übergriffe tragen immer die (meist männlichen) Täter. Alle Wiesnbesucher*innen und alle Akteur*innen auf der Wiesn sind gemeinsam dafür verantwortlich, ihren Beitrag zu einer grenzachtenden, solidarischen Festkultur zu leisten.

Die Aktion Sichere Wiesn ist eine Kooperation von AMYNA e.V., IMMA e.V. und der Beratungsstelle Frauen*notruf München

Aktuelles

AMYNA startet neuen Podcast
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„Prävention konkret – Der Podcast zur Prävention sexualisierter Gewalt“ von AMYNA e.V. diskutiert zentrale Fragen der Prävention – fachlich fundiert, verständlich und praxisnah. Die erste Staffel startet am 25. September mit dem Titel „Schutzkonzepte machen Schule - In einem Jahr zum Schutzkonzept“. Danach gibt es immer zum 15. jedes Monats eine Folge. Der bereits veröffentlichte Trailer gibt einen ersten Einblick.
Stellungnahme der Aktion Sichere Wiesn zur Debatte um das Teufelsrad
Sichere Wiesn Logo
Die Aktion Sichere Wiesn ist eine Kooperation von AMYNA e.V., IMMA e.V. und der Beratungsstelle Frauen*notruf München
Ein buntes Programm zum Schutz von Kindern
Hände mit aus Pappe ausgeschnittenen Figuren die eine Familie darstellen
Traditionell zum Schuljahresanfang startet auch das Jahresprogramm von AMYNA e.V. Die beiden Bereiche ‚Institut zur Prävention von sexuellem Missbrauch‘ und ‚GrenzwertICH – Sexuelle Grenzverletzungen durch Kinder und Jugendliche verhindern‘ haben wieder ein vielfältiges Programm zusammengestellt. Es wendet sich an alle, die für Kinder und Jugendliche Verantwortung tragen. Ziel ist der Schutz vor sexualisierter Gewalt. Klicken Sie hier, um die vollständige Pressemitteilung zu lesen.

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